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Testimonials: Theater, Tanz

Studierende berichten

Noch nie so frei gefühlt

E. D studiert im vierten Semester Bachelor «Theater und Schauspiel» an der Hochschule der Künste Bern (HKB).

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Studium?

Mein Studium ist sehr praxis- und körperorientiert. Wir bekommen die Gelegenheit, uns in unserem Beruf auszuprobieren. Ich liebe es, in andere Figuren zu schlüpfen und zu beobachten, was dies mit mir macht. Ich habe gelernt, Feedback und auch Kritik anzunehmen, ohne es persönlich zu nehmen. Ich lerne im Studium viel Wichtiges für das Leben.

Welche Herausforderungen gibt es?

In der Regel beginnen wir morgens um 8 Uhr und proben bis um 20 Uhr – zum Teil auch länger. Am Anfang hatte ich starke Selbstzweifel, ob ich für den Beruf geeignet sei. Man vergleicht sich ständig. Auch hat man wenig Freizeit. Hingegen habe ich schon heute verschiedene Engagements als Schauspielerin, die in der Regel bezahlt sind und mir viel Freude bereiten.

Wie anstrengend empfinden Sie Ihr Studium?

Das Studium ist körperlich und auch mental sehr anstrengend, da es höchste Konzentration erfordert. Zum Teil kommt man an seine Grenzen. Es macht aber total Spass. Am wichtigsten ist die Kommunikation. Wenn ich merke, dass ich nicht mitkomme, muss ich dies mitteilen. Wir sind in unserer Klasse nur zehn Personen und haben einen sehr engen und respektvollen Umgang miteinander. In diesem Beruf geht es nicht, etwas in sich hineinzufressen. Ich habe gelernt, über meine Gefühle und meine Grenzen zu sprechen.

Welche Tipps würden Sie jüngeren Kolleginnen und Kollegen mitgeben?

Höre auf dein Bauchgefühl, finde Bezugspersonen, denen du vertrauen kannst und bleibe offen und lernbereit. Es lohnt sich, über den eigenen Schatten zu springen und auch einmal zu scheitern.

Das Schönste ist, das Publikum zu berühren

T. A. studiert im fünften Semester Bachelor “Contemporary Dance” an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Wie sieht eine typische Woche aus?

Mein Studium besteht aus reinen Pflichtfächern, die Anwesenheit vor Ort verlangen.
Wir sind von 9 bis 18 Uhr an der Schule bzw. im Tanzstudio. Es ist ein Vollzeitstudium. Ich habe pro Tag jeweils eine bis zwei Stunden Technik-Unterricht, entweder klassisches Ballett oder zeitgenössischen Tanz. Hinzu kommen Proben für Stücke oder Unterricht in Musik- und Tanzanalyse. Drei Mal pro Semester kommt eine Künstlerin oder ein Künstler und erzählt von ihren bzw. seinen Erfahrungen. Schliesslich haben wir Fächer aus dem Minor.

Als wie anstrengend empfinden Sie Ihr Studium?

Körperlich ist es zwar herausfordernd, aber absolut machbar. Es war eine Umstellung jeden Tag zu tanzen. Geholfen hat mir dabei die Dynamik der Gruppe. Wenn man zusammen müde ist, hilft dies, um nicht schlapp zu machen. Pro Klasse sind wir etwa 15 bis 20 Personen aus der ganzen Welt. Die Grundstimmung ist immer sehr positiv.

Hat Sie die Mittelschule richtig auf das Studium vorbereitet, und braucht es eine tänzerische Vorbildung?

Mein Studium ist zu 90 Prozent praktisch-beruflich orientiert. Von daher wende ich wenig Wissen an, das ich mir an der Mittelschule angeeignet habe. Kritisches Denkvermögen und eine gute Selbstreflexion sind jedoch wichtig. Man braucht auf jeden Fall Vorkenntnisse in zeitgenössischem Tanz und Ballett. Diese habe ich mir in meiner Freizeit erworben.

Welche Tipps würden Sie jüngeren Kolleginnen und Kollegen mitgeben?

Es ist sehr wichtig, sich der Intensität des Studiums bewusst zu sein. Man bewegt sich sehr oft und intensiv. Das Studium ist eine starke körperliche Belastung und auch mental nicht ganz ohne. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man ein starkes und gesundes Umfeld hat. Mein Tipp: Finde ein anderes Hobby neben dem Studium, denn du machst dein Hobby zum Beruf.



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