Automobil-Fachmann/-frau EFZ
Automobil-Fachleute kontrollieren, warten und reparieren Personenwagen oder Nutzfahrzeuge. Sie ersetzen defekte oder abgenutzte mechanische Teile sowie elektrische oder elektronische Komponenten. Damit sorgen sie dafür, dass Benzin-, Diesel-, Elektro- und Hybridfahrzeuge einwandfrei und sicher funktionieren.
- Bildungstypen
-
Grundbildung (Lehre)
- Berufsfelder
-
Fahrzeuge
- Branchen
-
Auto
- Swissdoc
-
0.570.52.0
Aktualisiert 24.03.2026
Tätigkeiten
Sie üben folgende Tätigkeiten aus:
Mechanik kontrollieren und warten
- Öl-, Kühl- und Bremssysteme kontrollieren, Flüssigkeitsstände prüfen und nachfüllen
- Zustand von Pneus, Rädern, Radaufhängung, Stossdämpfern und Lenkung prüfen
- Getriebe, Kupplung sowie das Antriebssystem (Verbrennungs-, Elektro- oder Hybridantrieb) überprüfen
- Bremsen auf dem Bremsprüfstand beurteilen, Sattelkupplung, Anhängerkupplung und Aufbauten bei Lastwagen und anderen Nutzfahrzeugen kontrollieren, elektropneumatische Teile wie Ventile ersetzen
- verschiedene Prüfgeräte verwenden, Fehlermeldungen und Werte aus Steuergeräten lesen und interpretieren
Elektrische Komponenten warten
- elektrisches Antriebssystem und dessen Komponenten bei Elektro- und Hybridfahrzeugen warten
- Beleuchtung und Blinker kontrollieren, zusätzliche Steckdosen bei Anhängern installieren
- Klimaanlage warten
- Starterbatterien prüfen und warten
- Sicherheits- oder Komfortsysteme mithilfe von Diagnosegeräten kontrollieren und warten, wie ABS, Airbag oder elektrische Fensterheber
- Navigations- und Multimediasysteme prüfen und programmieren, zum Beispiel Multifunktionsanzeigen, Sensoren, Navigation oder Audiosysteme
Teile reparieren und ersetzen
- Bauteile des Öl-, Kühl-, Fahrassistenz- oder Bremssystems reparieren oder ersetzen
- Verschleissteile des Bremssystems wie Bremsbeläge ersetzen
- Fahrwerkssysteme wie Aufhängung und Lenkung reparieren, Teile ersetzen
- Abgasreinigungssystem kontrollieren und warten
- Getriebe und Antriebswellen aus- und einbauen, Kupplung ersetzen
- Abfälle umweltgerecht entsorgen
Ausbildung
Bildung in beruflicher Praxis
In einem Garagenbetrieb für Personenwagen oder Nutzfahrzeuge.
Schulische Bildung
1 bis 2 Tage pro Woche an der Berufsfachschule.
Überbetriebliche Kurse
Berufliche Grundlagen erlernen, vertiefen und üben, 40 Tage während 3 Jahren.
Dauer
3 Jahre
Fachrichtungen
- Personenwagen
- Nutzfahrzeuge
Inhalt
- Prüfen und Warten von Fahrzeugen
- Austauschen von Verschleissteilen
- Unterstützen von betrieblichen Abläufen
- Überprüfen und Reparieren von Systemen
Berufsmaturität
Bei sehr guten schulischen Leistungen können die Lernenden zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.
Fahrprüfung
Die Fahrprüfung ist Teil der Ausbildung. Die Lehrbetriebe übernehmen die Kosten für 15 praktische Fahrlektionen.
Abschluss
Automobil-Fachmann/-frau EFZ mit Angabe der Fachrichtung
Voraussetzungen
Vorbildung
- obligatorische Schule abgeschlossen
- Eignungstest AGVS
Anforderungen
- hohes technisches Verständnis
- handwerkliches Geschick
- logisches Denken
- exakte und sorgfältige Arbeitsweise
- Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
- gute Umgangsformen (Kundenkontakt)
Weiterbildung
Kurse
Angebote der Hersteller und des Auto Gewerbe Verbandes Schweiz (AGVS).
Branchenzertifikat / Spezifische Weiterbildung
Diplom als Verkehrsexperte/-expertin der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa).
Zusatzlehre
Automobil-Fachleute EFZ können in der Regel eine verkürzte Lehre als Automobil-Mechatroniker/in EFZ machen.
Mit 1 Jahr Berufserfahrung können Automobil-Fachleute ausserdem die Lehrabschlussprüfung in der jeweils anderen Fachrichtung absolvieren.
Berufsprüfung (BP)
Mit eidg. Fachausweis, zum Beispiel:
- Automobildiagnostiker/in
- Automobil-Serviceberater/in
- Automobil-Verkaufsberater/in
- Automobil-Werkstattkoordinator/in
- Fahrzeugrestaurator/in
- Reifenfachmann/-frau
- Strassenhelfer/in
Karriere im Autogewerbe: alle Weiterbildungen im Überblick
Höhere Fachprüfung (HFP)
Zum Beispiel dipl. Betriebswirt/in im Automobilgewerbe.
Höhere Fachschule (HF)
Bildungsgänge in verwandten Fachbereichen zum Beispiel dipl. Maschinenbautechniker/in HF oder dipl. Elektrotechniker/in HF.
Fachhochschule (FH)
Studiengänge in verwandten Bereichen, zum Beispiel Bachelor of Science in Automobil- und Fahrzeugtechnik. Je nach Fachhochschule gelten unterschiedliche Zulassungsbedingungen.
Berufsverhältnisse
Automobil-Fachleute arbeiten im Team in einer Garage mit geregelten Arbeitszeiten. Sie arbeiten hauptsächlich mit Automobil-Mechatronikerinnen und -Mechatronikern zusammen, die für komplexe Systeme zuständig sind. An Tankstellen, in Ersatzteilgeschäften und in kleineren Garagen haben sie häufig Kundenkontakt. Manchmal sind sie für Pannendiensteinsätze ausserhalb der Werkstatt tätig. Beim Pannendienst müssen sie auch nachts und am Wochenende arbeiten. Für die Arbeit an modernen Antriebssystemen nutzen sie häufig Spezialwerkzeuge, Diagnosegeräte und den Computer. Je nach Aufgabe tragen die Berufsleute Schutzausrüstung wie Gehörschutz oder isolierende Handschuhe.
Automobil-Fachleute arbeiten in Garagen, in Filialen grosser Hersteller, bei Markenhändlern sowie in Servicebetrieben, die Wartung und einfache Reparaturen anbieten. Sie finden auch Anstellungen bei Transport- oder Umzugsunternehmen, im Grosshandel oder in Verwaltungen zur Wartung des Fahrzeugparks. Im Pannendienst von Automobilverbänden arbeiten sie auch nachts und am Wochenende. Automobil-Fachleute können für eine oder mehrere Automarken arbeiten oder sich auf bestimmte Fahrzeugtypen spezialisieren.
Weitere Informationen
Adressen
Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)
Wölflistrasse 5
3006 Bern
Tel.: +41 31 307 15 15
URL: https://www.autoberufe.ch
URL: https://www.agvs-upsa.ch
E-Mail:
Statistiken
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Statistiken EBA und EFZ
Abschlüsse nach Ausbildungstyp, Beruf, Geschlecht und Kanton (Excel)
Gesetzliche Grundlagen
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Offizielle Dokumente des SBFI
Verordnung, Prüfungsordnung oder Rahmenlehrplan des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation
Informationen in anderen Sprachen