Fachapothekerin Offizinpharmazie, Apotheke und Drogerie
Seit dem Abschluss der Weiterbildung zur Fachapothekerin Offizinpharmazie arbeitet Lena Klossner als Apothekerin in einem Mischbetrieb Apotheke und Drogerie.
«Das Schönste an meinem Berufsalltag ist der Kontakt mit Menschen.»
Laufbahn
Alter/Jahr | Tätigkeit/Ausbildung |
18 | Gymnasiale Maturität: Gymnasium Seefeld, Thun (BE) |
22 | Bachelor in Pharmazeutische Wissenschaften: Universität Bern (zwei Jahre Grundstudium) und Universität Basel (drittes Jahr) |
24 | Master in Pharmazeutische Wissenschaften, anschliessend Abschluss mit dem Staatsexamen: Universität Basel |
25 | Apothekerin: Mischbetrieb Apotheke und Drogerie |
25 | Weiterbildung zur Fachapothekerin in Offizinpharmazie (FPH Offizin), 20% berufsbegleitend während 2 Jahren |
27 | Fachapothekerin in Offizinpharmazie: Mischbetrieb Apotheke und Drogerie |
Wie sieht Ihre aktuelle Tätigkeit aus?
Zu meinen Hauptaufgaben als Apothekerin gehört die kompetente und umfassende Beratung der Kundschaft in allen Gesundheitsfragen. Ausserdem kontrolliere ich Rezepte, erbringe Dienstleistungen wie Impfungen, Messungen von Langzeitzucker oder Blutlipidwerten und habe die fachliche Verantwortung für das Tagesgeschäft.
«Im Team können wir eine kompetente und umfassende Beratung anbieten.»
Auch organisatorische Tätigkeiten fallen an: den Bestand der Betäubungsmittel kontrollieren, interne Audits organisieren und auswerten, Arbeitspläne erstellen und Teams schulen – ich bin für eine spannende Aufgabenpalette zuständig.
Zudem schätze ich die Verbindung von Apotheke und Drogerie in unserem Mischbetrieb sehr. Im Team können wir eine kompetente und umfassende Beratung anbieten.
Wie verlief Ihr Berufseinstieg?
Während der Assistenzzeit im Masterstudiums sammelte ich erste Einblicke in den Alltag einer Apothekerin. Zusätzlich arbeitete ich während der Masterarbeit tageweise in einer öffentlichen Apotheke. Nach dem Staatsexamen waren viele Stellen ausgeschrieben, so fiel es mir leicht, die für mich passende Arbeitsstelle zu finden.
Mit dem Berufseinstieg begann ich die Weiterbildung zur Fachapothekerin Offizinpharmazie. Diese dauert zwei bis fünf Jahre und ist flexibel gestaltbar; sie umfasst Kurse, Praxisarbeiten und Selbststudium, um eigenverantwortlich tätig zu werden. Ich erwarb den Fachtitel nach zwei Jahren. In dieser Zeit war ich 80 Prozent als Apothekerin tätig und investierte 20 Prozent in die Weiterbildung.
Welche Tipps geben Sie Studierenden?
Das Pharmaziestudium bietet Einblicke in verschiedene Themenbereiche und zahlreiche Berufswege. Von meinen Mitstudierenden arbeiten einige wie ich in einer öffentlichen Apotheke, andere in einer Spitalapotheke, in der Forschung oder sie haben doktoriert.
Im Rahmen des Studiums kann man früh erste Praxiserfahrungen sammeln. Die Famulatur bietet erste Einblicke in den Arbeitsalltag. Das Assistenzjahr des Masterstudiums kann zwischen öffentlicher Apotheke und Spitalapotheke aufgeteilt werden. In dieser Zeit erhalten die Studierenden während rund zehn Monaten Einblick in den Apothekenalltag und können sich über mögliche Berufsfelder Gedanken machen.
Apothekerin in einer Spitalapotheke
Larissa Schenkel ist während ihrer Weiterbildung zur Fachapothekerin in einer Spitalapotheke tätig.
«Mein Alltag ist zwar herausfordernd, aber stets sehr spannend und abwechslungsreich.»
«Erste Spitalluft durfte ich bereits während dem Erstellen meiner Masterarbeit an einem Universitätsspital schnuppern.»
Laufbahn
Jahr | Tätigkeit |
2018 bis heute | Apothekerin in einer Spitalapotheke, Weiterbildung FPH (Foederatio Pharmaceutica Helvetiae) in Spitalpharmazie |
2021 | Abschluss FPH in klinischer Pharmazie |
2016 − 2018 | Apothekerin in einer öffentlichen Apotheke |
2016 | Master Pharmazie und Staatsexamen, Universität Basel |
Jetzige Tätigkeit
Ich arbeite in einer Spitalapotheke und bilde mich berufsbegleitend zur Fachapothekerin Spitalpharmazie weiter. Die Spitalpharmazie beinhaltet die Mitarbeit in verschiedenen Bereichen, von der Arzneimittel-Produktion bis hin zur Pharmalogistik und Heilmittelbewirtschaftung. So war ich beispielsweise in der Zytostatika-Produktion sowie in der Sterilherstellung tätig oder beschäftigte mich mit der Optimierung der Lagerbewirtschaftung ausgewählter Artikel. Meine Diplomarbeit widmete ich der pharmazeutischen Analytik.
Die Haupttaufgabe klinischer Pharmazeuten/-innen besteht in der Optimierung der Arzneimittelanwendung am und durch den Patienten. Zu meinen diesbezüglichen Haupttätigkeiten gehören die Durchführung von Visiten auf der Intensiv- und der medizinischen Bettenstation sowie die klinisch-pharmazeutische Beratung von Ärzteschaft und Pflegepersonal.
Mein Alltag ist zwar herausfordernd, aber stets sehr spannend und abwechslungsreich. Im Rahmen der beiden Weiterbildungen und meiner Tätigkeit in der Spitalapotheke konnte ich sowohl auf praktischem wie auch auf theoretischem Gebiet in diversen Bereichen umfangreiche Kenntnisse gewinnen und viel Erfahrung sammeln. Nach Erlangen des eidgenössisch anerkannten Fachtitels werde ich voraussichtlich eine neue Stelle im Bereich der klinischen Pharmazie antreten.
Berufseinstieg
Nach Abschluss des Studiums arbeitete ich zuerst 1.5 Jahre in einer öffentlichen Apotheke. Obschon mir auch diese Tätigkeit gefiel, war mir schon während des Studiums klar, dass ich mein Wissen im Bereich der Spitalpharmazie und klinischen Pharmazie vertiefen möchte. Erste Spitalluft durfte ich bereits während dem Erstellen meiner Masterarbeit an einem Universitätsspital schnuppern.
In der Schweiz gibt es nur eine begrenzte Anzahl Weiterbildungsplätze, wobei die Stellen sehr beliebt sind. Umso glücklicher konnte ich mich schätzen, dass ich eine Stelle in meinem Heimatkanton besetzen durfte.
Tipps
Die genannten Weiterbildungen kann ich nur weiterempfehlen: Sie bieten Einblicke in Bereiche der Pharmazie, welche man im Studium teilweise nur am Rande kennenlernt, und ermöglichen es, sich ein breites Wissen anzueignen.