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Berufswahl

 


Themenbild: Berufswahl
Tipps für Eltern - Unterstützung bei der Berufswahl
 
Hand aufs Herz: Wenn Sie heute so alt wie Ihre Tochter oder Ihr Sohn wären, würden Sie wieder denselben Beruf lernen oder dieselbe Matura machen?
Wenn man auf 20 Jahre Berufsleben zurückblickt, relativiert sich manche Entscheidung. Da spielt es heute auch keine Rolle mehr, ob an der einen oder andern Entscheidung mehr die Umstände als die eigenen Wünsche beteiligt waren.

Sorgen Sie mit dafür, dass Ihr Kind gut ins Berufsleben startet

Ist eine systematische Berufswahl für Ihr Kind denn überhaupt nötig? Ist es sinnvoll, dass sich ihr Kind schon jetzt auf einen Traumberuf konzentriert und damit alles nur komplizierter macht?
In der Tat: Unter dem Eindruck des lebenslangen Lernens ist ein Berufswahlentscheid heute nicht mehr lebenslänglich gültig. Aber: Ein guter Start ins Berufsleben ist wichtig. Warum? Weil Jugendliche, die sich auf eine bestimmte Ausbildung freuen (egal ob Lehre oder Matura), motivierter ans Werk gehen und mehr positiven Elan entwickeln als jene, die jeden Morgen das Gefühl haben, im falschen Film zu erwachen. Helfen Sie Ihrem Kind, sich Schritt für Schritt mit der Berufswahl auseinander zu setzen und eine Perspektive zu entwickeln.

Als Eltern spielen Sie bei der Berufswahl eine wichtige Rolle

Die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren ist so, dass bereits während der Lehrstellensuche der volle Druck des Arbeitsmarktes spürbar wird. Panik ist keine gute Taktik, Zuwarten auch nicht.
Als Eltern werden Sie während der Berufswahlzeit Ihres Kindes in verschiedene Rollen schlüpfen müssen: Mal sind Sie Motivator, mal Antreiberin, mal Tröster, mal Begleiterin, mal Trainer und mal Vertraute.
Bitte bedenken Sie, dass junge Menschen, die bei der Lehrstellensuche Dutzende von Absagen erhalten, mit der Zeit verunsichert sind. In dieser Situation sollten sie nicht noch mehr unter Druck gesetzt werden.

Nutzen Sie die öffentlichen Angebote

Die Berufswahlvorbereitung beginnt mit dem zweitletzten Schuljahr. Auch wenn die reguläre Schulzeit noch zwei Jahre dauert, wird das Thema Beruf in dieser Phase aktuell. Den Jugendlichen bleiben noch zwölf Monate, bis die Lehrstellensuche startet. Es ist also genügend Zeit vorhanden, um die vielen Themen rund um die Berufswahl anzupacken.

Das letzte Schuljahr ist gekennzeichnet von Bewerbungen, Aufnahmeverfahren, Absagen und der Vorbereitung für mögliche Aufnahmeprüfungen. Es braucht in dieser Zeit viel Geduld, und Sie als Eltern müssen immer wieder in die Rolle der Motivierenden schlüpfen.

Damit der Start ins Berufsleben gelingt, werden Sie und Ihr Kind von den Lehrpersonen und öffentlichen Beratungsstellen professionell unterstützt. Einen gewissen Teil der Informationsarbeit übernimmt die Schule ohnehin. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Lehrperson nach geplanten Aktivitäten und Veranstaltungen.

Es steht Ihnen frei, wie viel zusätzliche Hilfe Sie in Anspruch nehmen möchten. Aber es ist sicher gut für Sie zu wissen, dass Lehrpersonen, Berufsberatende, Berufsinformationszentren und Internetportale wie dieses dazu da sind, Sie in diesem komplexen Berufswahlprozess zu entlasten.

Grosses Informationsangebot in diesem Portal

Dieses Portal enthält viele Informationen, die sich direkt an die Jugendlichen richten. Wenn sich Ihr Kind im zweitletzten oder letzten Schuljahr der obligatorischen Schulzeit befindet, seien im Besonderen folgende Themen zur Lektüre empfohlen:
Berufswahl
In diesem Kapitel erhält Ihr Kind Antworten auf alle wichtigen Fragen zur Berufswahl, zur Schnupperlehre, zur Lehrstellensuche, zu Zwischenlösungen usw. Fordern Sie Ihr Kind auf, die Texte aufmerksam zu lesen. Vorschlag: Machen Sie einen Wissenscheck mit ihm. Geben Sie ihm ein paar Tage Zeit zur Vorbereitung. Danach soll es Ihnen in einer Viertelstunde erklären, worauf es bei der Berufswahl ankommt und wo man Hilfe bekommt. Wenn Sie mit dem Resultat zufrieden sind, können Sie ja gemeinsam einen Plan machen und Etappenziele vereinbaren. Es ist auf jeden Fall gut, wenn Sie den Überblick bewahren, sowohl bezüglich des Vorgehens als auch bezüglich der Termine.
Beratung
In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Unterstützung Sie von Berufsinformationszentren (BIZ) und Berufsberatungsstellen erwarten dürfen. Hier finden Sie auch alle wichtigen Adressen und Links zu entsprechenden Internetangeboten.

Beziehen Sie Stellung

Sie haben gewisse Vorstellungen davon, welche Berufe zu Ihren Kindern passen. Ihre in der Arbeitswelt gemachten Erfahrungen bringen Sie vielleicht dazu, gewisse Berufe als "gut" und andere als "weniger gut" zu klassieren. Aus diesen Gründen sind Diskussionen mit den eigenen Kindern über die Berufswahl immer auch eine Gratwanderung, die viel Offenheit von Ihrer Seite verlangt. Es ist problematisch, Kinder in Ausbildungen zu drängen, die ihnen weniger liegen oder für die sie sich nicht interessieren. Diskutieren Sie mit Ihren Kindern, warum Sie eine bestimmte Ausbildung einer anderen vorziehen und formulieren Sie aber auch, dass Sie Ihre Kinder auf jeden Fall unterstützen – egal für welchen Beruf sie sich schliesslich entscheiden.

Ein grosses Berufsangebot

Es gibt über 200 Lehrberufe. Trotzdem wählt ein Grossteil der Mädchen nur aus 15 Berufen aus, ein Grossteil der Knaben immerhin aus rund 30 Berufen. Die Knaben entscheiden sich eher für technische und handwerkliche Berufsfelder in Branchen mit guten Karrierechancen. Die Mädchen wählen häufig Ausbildungen in Berufen aus den Bereichen Büro, Verkauf, Gastgewerbe/Hauswirtschaft sowie Körper- und Schönheitspflege. Darin widerspiegeln sich Rollenvorstellungen. Mädchen neigen dazu, ihre Berufe im Hinblick auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter auszuwählen. Sie entscheiden sich daher häufig für Berufsgruppen, die inhaltlich eng verwandt sind mit den Aktivitäten einer Hausfrau und Mutter und mit denen sich gut teilzeitlich arbeiten lässt. Für Knaben dagegen ist es selbstverständlich, eine lebenslange Vollzeitberufstätigkeit mit Aufstiegsmöglichkeiten ins Auge zu fassen, weil sie davon ausgehen, später einmal für eine Familie finanziell verantwortlich zu sein.

Berufsinformationen auf berufsberatung.ch

Berufe und Ausbildungen
Hier finden Sie Informationen zu allen Lehrberufen.
Grundbildung mit Attest
Hier finden Sie Informationen zu allen Berufsausbildungen, die speziell für Schüler/innen mit Schulschwierigkeiten angeboten werden.

Laufbahnplanung ist immer auch Lebensplanung

Prinzipiell stehen Ihren Kindern alle Berufe offen und sie haben heute die Chance, berufliches Neuland zu betreten. Wieso sollte Ihre Tochter nicht Lastwagenführerin werden oder ihr Sohn Krankenpfleger? Unterstützen Sie Ihre Tochter, Ihren Sohn, mit offenen Augen in die Zukunft zu blicken und neugierig für sich selbst auszuwählen, was zu ihnen passt, was sie sich zutrauen und wozu sie sich eignen.
Dazu gehört, dass Berufswahl- und Laufbahnplanung immer auch Lebensplanung sind. Beruf und Familie müssen sich nicht gegenseitig ausschliessen; beide Bereiche lassen sich mit Hilfe aller Beteiligten verbinden. Immerhin arbeitet heute schon jeder zehnte Vater Teilzeit.
Mehr zum Thema Vereinbarkeit von Arbeit und Familie finden Sie auf der Website www.und-online.ch.

Von der eigenen Arbeit erzählen

Der Schritt von der Schule in die Lehre ist für Jugendliche nicht nur erfreulich. Erzählen Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter, wie es an Ihrem Arbeitsplatz läuft. Geben Sie einen Einblick in die Abläufe, die Regeln bei Ihrer Arbeit und den gewöhnlichen Alltag. Dabei sollen nicht nur die mühsamen Dinge zur Sprache kommen.
Versuchen Sie, Ihre Tochter, Ihren Sohn auf diese Welt neugierig zu machen, ohne belehrend zu sein.
 
 

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 Medien-Tipps
 Elternratgeber Berufswahl
 Bei der Berufswahl sind auch die Eltern gefragt. In diesem Prozess der Auseinandersetzung mit Stärken und Schwächen, Interessen und Möglichkeiten sollten die Eltern eine aktive, unterstützende Rolle übernehmen.
 20 Tipps zur Berufswahl
 Dieses Faltblatt dient Eltern von Jugendlichen in der Berufswahlphase als wertvolle Planungshilfe
 Berufswahl als Familienprojekt
 Arbeitsheft für Eltern, das aufzeigt, wann und wie sie ihr Kind bei der ersten Berufswahl unterstützen können und in welcher Art ihnen Schule und Berufsberatung zur Seite stehen.